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Sonntag, 20. Mai 2012
 
 
 

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Auslagerungsdatei einstellen PDF Drucken E-Mail
IT-Knowledgebase - Windows 95/98/ME/NT

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Auslagerungsdatei einstellen
Bitte helfen Sie mir bei der Entwirrung des Auslagerungsdilemmas unter Windows 95. Ein Grundsatz besagt, die Auslagerungsdatei auf der schnellsten Platte zu betreiben. Nach einem zweiten Grundsatz soll die Auslagerungsdatei auf einer anderen Platte liegen als das Betriebssystem. Nach meinem BIOS läuft meine erste Platte, auf der sich Windows 95 befindet, im Ultra-DMA-Modus und meine zweite nur im PIO-Mode 4. Ist die erste Platte schneller, und wo soll ich nun die Auslagerungsdatei hinlegen?
Die von Ihnen genannten Grundsätze stimmen zwar, jedoch hat der zweite Priorität. Windows 95 besitzt ein dynamisches Speichermanagement, das sich bestimmte Eigenschaften der Intel-CPUs zunutze macht, um nicht vorhandenen Arbeitsspeicher durch Festplattenspeicher zu ersetzen. Die Memory Management Unit (MMU) des Prozessors legt dazu Bereiche des zurzeit nicht benutzten Arbeitsspeichers auf die Platte, um aktiven Programmen Platz zu schaffen.
Gleichzeitig müssen diese aktiven Programme aber auch Code-Teile und Daten von der Platte holen, um damit zu arbeiten. Mit anderen Worten: Während der Prozessor für ein Programm auslagert, arbeitet dieses gleichzeitig mit der Festplatte. Die Auslagerungsdatei befindet sich aber meist in einem ganz anderen Bereich der Platte als das aktive Programm. Deshalb rast der Festplattenkopf wie wild hin und her, um beide Aufgaben zu erledigen – das kostet Zeit.
Nun ist das Lesen von Daten mindestens um den Faktor zehn schneller als das neue Positionieren des Kopfes. Häufiges Neupositionieren drosselt also das im Vergleich zum RAMohnehin schon viel langsamere Auslagern auf Platte noch zusätzlich. Daraus folgt: Möglichst wenige Kopfbewegungen bringen mehr Performance als eine etwas schnellere Platte.
Zudem unterscheiden sich moderne Festplatten nicht gravierend in ihren Datentransferraten. Wenn eine Festplatte doppelt so schnell wie die andere Daten liefert, dann ist das schon viel. Auf jeden Fall ist die langsamere Festplatte immer noch schneller als eine Kopfbewegung auf der schnellen. Deshalb sollten Sie Ihren Grundsatz zwei höher bewerten als Grundsatz eins.
Zu Ultra-DMA ist zu sagen, dass dieser Terminus nur die maximale Transferrate des Interface (EIDE) angibt. Moderne Festplatten reizen jedoch noch nicht einmal den PIO-Mode 4 vollständig aus, so dass Ihre beiden Platten wahrscheinlich nicht sehr unterschiedlich in Ihrer Geschwindigkeit sind. Legen Sie deshalb die Auslagerungsdatei auf die zweite Festplatte.
Übrigens: Eine zweite Partition ersetzt natürlich keine zweite Festplatte, weil nach wie vor der Kopf für die gesamte Platte, also auch für die zweite Partition zuständig ist.

 
 
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